Schöpfungsprinzip

  

Die Schöpfung offenbart sich durch ihr Prinzip der Vollkommenheit in höchstem Bewusstsein, in vollkommener Liebe. Das einzige Ziel der Schöpfung ist es, sich in jedem Lebewesen in Vollkommenheit zu offenbaren. Der Mensch unterscheidet sich von den übrigen Lebewesen durch Intelligenz, die Fähigkeit des Willens und des Strebens. Deshalb ist es dem Menschen vorbehalten, das Schöpfungsprinzip zu erkennen. (Hochentwickelte Tiere sind einigen Menschen bereits überlegen in ihrer Intelligenz).

 

Wie ist es möglich, dass unsere Welt genau das Gegenteil von Vollkommenheit und Heilsein aufzeigt? Der Mensch hat tausende von Jahren damit zugebracht, vom Schöpfer, von Gott etwas zu bitten oder zu verlangen. Je inbrünstiger er gebetet hatte oder je grösser seine Opfer waren, die er für Gott (oder viel früher für die Götter) aufbrachte, desto sicherer war er, dass Gott ihn erhören und ihm helfen würde. Bis heute hat sich diese Haltung hartnäckig gehalten. Das „nicht erhört werden“ vom Schöpfer hat zu Trauer, Resignation und Widerstand geführt, zu Enttäuschung und zu Ablehnung. Es erstaunt nicht weiter, dass viele Menschen sagen, es gebe keine höhere Intelligenz, keinen Schöpfer, keine Macht, die alles zusammenhält.

  

Das Leben ist nicht ein Wunschkonzert und wir können wünschen und wenn die Wünsche nicht erfüllt werden, sind wir enttäuscht, wenden uns ab und sagen, es gibt gar keine Instanz, die für die Wünsche zuständig ist. Oder das viele Leid, die vielen Ungerechtigkeiten, die Krankheiten zeugen eindeutig vom nicht Vorhanden sein einer Führung. Oder zumindest von einer sehr unzuverlässigen!

 

Mit dem Einstieg in die Polarität, in den Zyklus von Karma, entstand das duale Denken. Die Polarität und die Dualität spiegelten immer die Zweiheit vor. Mit dem Einstieg in die Körperlichkeit wurde die Illusion der Trennung, die Abtrennung vom Ganzen für den Menschen eine vermeintliche Realität. Der Mensch bekam den freien Willen und durfte sich in jede ihm mögliche Richtung hin entwickeln und orientieren. Das Ziel ist, das Erkennen, dass hinter der ganzen Dualität und Polarität, die Einheit, die Vollkommenheit ist. Die einzige Aufgabe der Polarität ist es, dem bewussten Menschen zu spiegeln, dass der Ursprung Einheit, Vollkommenheit, Geist und Liebe sind. Das ist das Schöpfungsprinzip, das ist das Prinzip Gottes.

 

Wenn das Prinzip erkannt wird, können wir aus dem Bitten und Wünschen aussteigen, denn es macht nicht viel Sinn. Das Ziel ist andersrum: solange wir bitten, sind wir im Mangel, in der Ohnmacht. Erkennen des Prinzips heisst, wir sind Mitschöpfer. ER offenbart sich in jedem Lebewesen, er, der Schöpfer trohnt nicht mehr hoch über uns und bestimmt über uns. Anstatt zu wünschen, können wir durch das Erkennen der geistigen Gesetze mitschöpferisch tätig sein. Wir waren es bereits immer, es war uns aber nicht bewusst und wir nannten es Schicksal! Leid, Krankheit etc. waren immer Gott gegeben. Nun können wir das Ziel anstreben, in Vollkommenheit heil und ganz zu sein. Jede Verneinung, jeder negative Gedanke trennt uns von der Vollkommenheit.

 

Das Schöpferprinzip ist alles und offenbart sich in allem. Um dies zu erkennen, entstand die Polaritätsebene und der Mensch durfte seine Erfahrungen machen. Man könnte sagen, mit dem Einstieg in die Grobstofflichkeit begann der Mensch - durch die verwirrenden Eindrücke der Polarität - eine verzerrte Wahrnehmung zu entwickeln. Trennung, Gut, Böse, Zeit, Krankheit etc. begannen ihn zu prägen. Die Gedanken, Vorstellungen drifteten immer weiter vom Prinzip Gottes ab und manifestierten sich immer mehr. Die ganze Welt begann in diesen Vorstellungen zu leben, zu kämpfen und in Unwissenheit sich zu verlieren. Nun ist es an der Zeit, aus der Dunkelheit auszusteigen und die Gefangenschaft der negativen Gedanken und Gefühle abzustreifen.

 

Nicht das Prinzip Gottes muss sich beweisen, sondern wir müssen es anstreben, erkennen und in ihm sein. Dem Menschen ist es vorbehalten wissentlich und willentlich mit seinem Intellekt immer bewusster und bewusster zu werden, bis sein Bewusstsein spirituell erwacht ist, und er sich im Prinzip Gottes widererkennt.

 

Alle Lebewesen werden geprägt von äussern Einflüssen: Gesteine verwittern oder werden zum Beispiel durch das Wasser geschliffen, Pflanzen wachsen der Sonne entgegen oder verkümmern, wenn sie nicht in der richtigen Umgebung sind. Tiere passen sich einer Umgebung an, sie werden geprägt von ihrem Umfeld, Pflanzen und Tiere können sich so sehr anpassen, dass sie mutieren, das heisst, sie verändern sich und stellen sich auf neue Situationen ein. Der Mensch wird auch geprägt vom Leben, von Einflüssen, von Umgebung, von Situationen, von Krankheit etc. Ihm alleine ist es möglich, sich aus der Ohnmacht herauszunehmen, ihm alleine ist es möglich, sich durch äussere Einflüsse nicht mehr abhängig zu machen, sich nicht mehr von Situationen, Menschen, Gefühlen fremdbestimmen zu lassen. Er alleine hat die Möglichkeit mit seinem Willen und seiner Intelligenz zu streben und das Prinzip Gottes zu erkennen. Das soll nicht heissen, dass er von der Wertigkeit her über dem Tier steht. Es bedeutet einzig, dass der Mensch die Freiheit hat und die Möglichkeit zu wählen und zu entscheiden. Gesteine und Pflanzen sind eingebunden und haben die Wahl nicht, ebenso wie die meisten Tiere. Auch ist es so, dass für den Menschen die wirkliche Freiheit erst mit dem Erkennen der geistigen Gesetze beginnt. Erst dann kann er beginnen, die Vollkommenheit, das Heilsein anzustreben. Vorher ist er in den hypnotischen Vorstellungen von Krankheit, Leid, Schmerz, Ungerechtigkeit und vieles mehr gefangen. Er ist nicht alleine mit seinen Ansichten, er ist geprägt von äussern Einflüssen, vom Zeitgeist, von. seiner Umgebung, von seiner Familie, seinem Arbeitsplatz.

 

Man könnte es auch so formulieren, die geistigen Gesetze bieten den Rahmen um das Prinzip Gottes oder das Christus-Prinzip zu erkennen. Die geistigen Gesetze sind die Spielregeln die gegeben sind, sie bilden die Rahmenbedingungen. Erst wenn der Mensch sie als solche erkennt, ist er reif und spirituell bewusst, um sie anzuwenden. Er beginnt sich frei zu fühlen, weil er das anzieht, was er aussendet. Der nächste Schritt ist das Erkennen des Schöpfungsprinzip hinter den geistigen Gesetzen. Indem der Mensch erkennt, dass das Prinzip Gottes nichts anderes als Vollkommenheit und universelle Liebe ist, und dass es die Aufgabe des Menschen ist, sich dessen bewusst zu werden, kann er vollkommen und heil sein. Jede Seele offenbart sich in ihrer Vollkommenheit, alles was nicht dieser Offenbarung entspricht, wurde von uns selbst durch die verzerrte Wahrnehmung und Beeinflussung von aussen verändert. Indem wir dies erkennen und wissen und keinen negativen Gedanken, keinen Gedanken von Krankheit, Leid und Unrecht mehr zulassen, sind wir im Christus-Bewusstsein. Das Christus-Bewusstsein ist der Ausdruck des Prinzip Gottes und es offenbart sich im Menschen, der nun keine Begrenzungen der Materie mehr kennt und Mitschöpfer ist – in universeller Liebe, in Vollkommenheit.

 

 

Mengiarda Darms, im August 2010

 

 

 

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