Danksagung

  

Auf diesem Weg möchte ich mich bei all den Menschen bedanken, die mir Genesungswünsche, Geschenke und liebe Briefe geschrieben haben. Viele Menschen haben einfach an mich gedacht und mir liebe Gedanken geschickt, auch dafür herzlichen Dank. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch meinem Mann ganz herzlich danken. Er hat mich unterstützt und mir geholfen, wo immer es möglich war.

 

Meine Auszeit war für mich eine äusserst segensreiche und heilige Zeit. Vor dem Unfall war ich mir am Überlegen, wie es weitergehen sollte. Sollte ich mit den Beratungen aufhören und nur noch schreiben? Indem ich drei Monate ganz still liegen musste-durfte, konnte ich mich wieder regenerieren. Ich konnte wieder Kräfte aufbauen, um meinen Weg weiter mit Menschen, die mich brauchen, gehen zu können. Formal werden sich ein paar Dinge ändern, grundsätzlich werde ich weiterhin Beratungen machen und Schreiben. Die „Gedanken des Monats“ werde ich vorläufig nicht mehr regelmässig schreiben, nur wenn ich genügend Zeit dafür finde. Ich möchte zuerst mein drittes Buch beenden. Es ist mir ein grosses Anliegen, dass es in diesem Jahr fertig wird. Bis es dann auf den Markt kommt, vergeht meist fast nochmal ein Jahr!

 

Viele Dinge im Leben eines jeden Menschen geschehen, ohne dass es bewusst angestrebt wird. Krankheiten, Unfälle, Beziehungskrisen, nicht bestandenen Prüfungen und vieles mehr. Wir wollen grundsätzlich gesund sein, keine Unfälle provozieren, in einer guten Beziehung leben und Prüfungen machen wir, weil wir sie bestehen wollen. Ich habe willkürlich einige Themen herausgepickt, die uns sehr zu schaffen machen, wenn sie uns treffen oder mit uns etwas machen. Auf irgendeine Weise lassen sie uns den vorgesehenen Weg nicht weitergehen. Sie werfen uns mehr oder weniger aus der Bahn und zeigen eine andere Richtung auf, als wir uns gewünscht oder vorgestellt haben.

  

Jede Veränderung, die uns geschieht, ohne dass wir wissentlich oder willentlich mitbestimmt haben, haben eine Aussage. Das heisst, sie hilft uns, den Weg zu gehen, den wir ursprünglich einmal beschlossen haben zu gehen. Sie hilft uns, sich mit Themen auseinanderzusetzen, mit denen wir uns wahrscheinlich nicht freiwillig auseinandergesetzt hätten.

 

Jeder Widerstand, jedes sich masslos darüber ärgern verstärkt das Gefühl von Ohnmacht. Mit dem Schicksal hadern ist eine Möglichkeit, wie man damit umgehen kann. Die Situation wird dadurch aber bestimmt nicht einfacher. Wenn wir im Gefühl von Ohnmacht oder in der Verletzung bleiben, sind wir im Widerstand und dieser zieht wiederum Widerstand an. Anfangs braucht man oft etwas Abstand zum Geschehen und die aufgewühlten Gefühle müssen sich etwas setzen können. Das ist in vielen Fällen ganz bestimmt nicht einfach.

  

Sobald man innerlich bereit ist, eine neutrale Position einzunehmen, können wir überlegen, was uns die Krankheit oder die Beziehungsprobleme, die nicht bestandene Prüfung und so weiter, uns aufzeigen wollen. Unter Umständen kann es hilfreich sein, sich die Vor- und Nachteile aufzuschreiben und in einer weiteren Liste, die dazugehörenden Gefühle bei den Vor- und Nachteilen auflisten. Wer etwas Übung hat, in sich hineinzuhorchen oder in sich hinein zu fühlen, kann sich auch so einen Überblick verschaffen. Wichtig ist die Ausgangsposition: kein Groll, keine Wut, keine Anklage, kein Gefühl von Ohnmacht, kein sich gehen lassen, kein Selbstmitleid. Diese Gefühle dürfen sehr wohl da sein, sie helfen uns einfach keinen Schritt weiter, wenn man in ihnen stecken bleibt. Es gilt also im ersten Schritt an diesen Gefühlen zu arbeiten. Erst wenn diese überwunden sind oder losgelassen wurden, kann der nächste Schritt erfolgen. Es ist nicht zu unterschätzen, dieser erste Schritt ist ein sehr wichtiger und wenn man den geschafft hat, darf man sehr stolz auf sich sein.

  

Nun aber zurück zur Auflistung: nehmen wir einmal an, dass gar nichts Positives für uns ersichtlich ist, dass einzig Nachteile aus der entstandenen Situation resultieren. Sie werden begleitet von Gedanken und Gefühlen wie ich weiss nicht weiter, es ist so unsinnig, es ist ein anderer Schuld, jemand hat mich seelisch oder körperlich verletzt und hat Schuld….Eine Krankheit bricht unverhofft aus und bringt viel Leid und Schmerz mit sich, der Arzt hätte sie früher erkennen sollen. Oder wäre ich doch früher zur Kontrolle gegangen.

  

Oder wenn ich die Prüfung bestanden hätte, könnte ich meinen Weg weitergehen, so wurde er mir abgeschnitten, weil ein Experte nicht fair war. Es kann stimmen, dass der Experte nicht fair war oder dass jemand uns in eine scheinbar ausweglose Situation gebracht hat. Trotzdem hat es mit uns zu tun. Wenn wir uns überlegen, was uns die Situation aufzeigen will, gehen wir innerlich in die Bereitschaft, die notwendig ist, um das Thema zu erkennen.

  

Gehen wir nun davon aus, dass in der Auflistung auf der Seite der Gefühle, einzig Ohnmacht und Ausgeliefertsein stehen. In dem Fall muss die Situation für die betreffende Person sehr prekär sein. Genau dieses Gefühl ist nun das Thema um das es geht. Weil die Situation das Gefühl von Ausgeliefertsein vermittelt, muss sie nun an diesem Gefühl arbeiten. Die Krankheit hat die Aufgabe, dieses Gefühl auszulösen. Wahrscheinlich gab es schon früher immer wieder weniger dramatische Situationen, die aber genau dasselbe Gefühl bei der Person ausgelöst hatten. Irgendwie gab es immer wieder eine Lösung und das Leben ging weiter. Nun scheint die Krankheit diesmal sehr ernst zu sein und so einfach gibt es keinen Ausweg mehr - aus dem Gefühl von Ausgeliefertsein.

  

Wir ziehen Situationen an, die uns an unsere Themen führen. Unser Körper ist ein wunderbarer Verbündeter, er steht uns bei und zeigt uns die Themen auf, die wir in diesem Leben erarbeiten wollen. Wenn der Körper immer wieder mit dem Gefühl von Ohnmacht und Ausgeliefertsein von uns genährt wird, reagiert er. Er wird krank und lässt das Gefühl nochmals aktuell werden. Es geht also gar nicht so sehr um den Körper und um die Krankheit, sondern um die Aussage der Krankheit.

Nun dürfen wir lernen ein anderes Denkmuster zu entwickeln. Zugegeben, alle früheren Situationen wären wahrscheinlich einfacher gewesen, aus diesem Muster auszusteigen. Bis unser Körper reagiert, braucht es viele Impulse, das heisst, das Thema hat uns schon lange begleitet. Entweder ist das Thema einem nicht bewusst oder man schlängelt sich immer wieder aus einer Situation raus oder man nimmt es nicht ernst oder man verdrängt es.

 

Durch die Krankheit werden wir gezwungen zu reagieren. Es gibt keine endgültige Lösung oder Heilung wenn wir uns ausschliesslich auf den Körper konzentrieren und die Krankheit an den Arzt delegieren. Er kann uns eventuell unterstützen oder auch nicht. Eine Krankheit heilen heisst sich der Thematik die sich vorgängig entwickelt oder aufgestaut hat, zu stellen. Blockaden erkennen und auflösen, Schmerz, Trauma, Schock, seelische Verletzungen, und vieles, vieles mehr. Vorgängig kann auch heissen, dass das Thema in einem andern Leben entstand und diesmal aktuell wird, damit man es erlösen kann. Sehr viele Blockaden sind aber im aktuellen Leben entstanden und sollen zuerst auch in diesem gesucht werden.

Nicht nur eine Krankheit kann das Gefühl von Ausgeliefertsein vermitteln. Es gibt viele Situationen, in denen dieses Gefühl auftreten kann. Wenn es das Thema ist, mit dem man sich auseinandersetzen muss, begegnet es uns immer wieder. Hilfreich ist die Erkenntnis, dass alles, was uns widerfährt oder uns aus der Bahn wirft, immer da ist, um uns etwas zu lehren. Je mehr wir die geistigen Gesetze erkennen und sie im Leben umsetzen, desto weniger werden wir mit Erfahrungen konfrontiert, die uns aus der vermeintlich richtigen Bahn herauskatapultieren. Wenn wir uns bewusst werden, dass wir es sind, die - unbewusst - Situationen anziehen, die uns letztendlich immer einen Schritt weiter bringen, können wir zu den Situationen eine offene Haltung einnehmen.

 

Indem wir erkennen, dass wir selbst unsere Schöpfer sind, da jeder Gedanke und jedes Gefühl das Potenzial in sich trägt, sich zu verwirklichen. Wenn wir Mitschöpfer sind, bedeutet das, dass wir unsere Wirklichkeit selbst kreieren. Je mehr wir unsere Aufmerksamkeit auf die geistigen Gesetze und die Schöpferkraft lenken, desto verantwortungsbewusstere Schöpfer werden wir. Wir denken und handeln in Liebe für uns und für unsere Mitmenschen. Unsere Gedanken und Gefühle gehen dadurch immer mehr in Resonanz mit der Schöpferenergie, mit dem Prinzip Gottes und wir werden dem Wort Schöpfer annähernd gerecht. Unsere Gedanken und Handlungen sind geprägt von Liebe in Liebe. In der bedingungslosen Liebe sind wir dem schöpfungspotential am nächsten.

 

 

Mengiarda Darms, im August 2011

 

 

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