Und wieder neigt sich ein weiteres Jahr seinem Ende zu. Dem Monat Dezember widmen wir meist mehr Aufmerksamkeit als den andern elf Monaten. Wenn wir diesmal den christlichen Aspekt nicht in den Vordergrund stellen, bleibt der Dezember aber immer noch der letzte Monat des Jahres und somit ein spezieller Monat.
Der Dezember eignet sich wunderbar um auf das vergangene Jahr zurückzuschauen. Was hat uns in diesem Jahr am meisten beeindruckt, welche Situation hat uns am meisten beglückt, welche liess unser Herz Freudensprünge machen?
Unweigerlich kommt die nächste Frage: und was hat uns am meisten beschäftigt, was hat uns verletzt, was lief nicht rund, was hat uns über alle Massen geärgert? Welche Person hat uns enttäuscht, welche Situation hat uns überfordert?
Fragen über Fragen und immer dreht sich alles um uns und unsere Wahrnehmungen, unsere Erfahrungen, unsere Freude, unsere Verletzungen.
Diese Fragen und viele mehr sind legitim und machen auch Sinn, einerseits sie zu stellen und andererseits sie zu beantworten. Schön ist natürlich, wenn die guten Situationen überwiegen und wenn sie uns nachhaltig in Erinnerung geblieben sind. An ihnen können wir uns erfreuen. Mit den Situationen, die sich uns negativ eingeprägt haben, ist es etwas anstrengender. Es kann hilfreich sein, sie sich noch einmal vorzustellen und dann in Gedanken der Situation eine andere Wendung zu geben. Wir haben mehr Abstand zur Situation und können aus der Rückschau heraus anders reagieren. Wir können unser Verhalten so verändern, dass die Situation für uns nicht mehr negativ, verletzend oder belastend ist. Wir können nur unser Verhalten verändern, das von den andern müssen wir so belassen. Aber wir reagieren anders darauf und verlassen die Situation ohne Groll und negativem Gefühl. So können wir im Nachhinein die aufgelisteten verletzenden Situationen bereinigen und sie mit lichtvollen Gedanken bedenken. Aussergewöhnlich verletzende Situationen brauchen mehr Geduld bis wir sie loslassen können.
Wir können uns nun anderen Fragen zuwenden, die wahrscheinlich etwas anstrengender sind, weil sie subtiler und nicht so offensichtlich sind. Es sind Fragen, bei denen es sich nicht mehr ausschliesslich um uns und unsere Person geht. Bevor wir uns mit diesen Fragen beschäftigen, müssen wir mit uns im Reinen sein, wenigstens fast im Reinen.
Auf dem ganzen irdischen Weg haben sich alle unsere Erfahrungen immer um uns gedreht. Natürlich mit vielen Mitspielern und Gegenspielern, die uns immer zugedient haben, damit wir uns durch die gemachten Erfahrungen und Erlebnisse weiterentwickeln konnten. Alles haben wir immer aus unserer Perspektive wahrgenommen, unser Standpunkt war die Ausgangslage für Erfahrungen.
Mit dem sich öffnen für spirituelles Bewusstsein, verändert sich die Ausgangslage. Es dreht sich nicht mehr alles um uns. Unseren Standpunkt haben wir erweitert, wir dehnen uns aus. Unser Licht darf strahlen, wärmen und heilen. Das ist die neue Ausgangslage, es ist eine andere Dimension.
Und nun können wir uns ganz andere Fragen stellen, nämlich wo und wann war ich zu wenig achtsam, wo habe ich weggeschaut, weil es unangenehm war, zu schmerzhaft, zu anstrengend, zu mühsam war? In welchen Situationen habe ich den einfacheren Weg gewählt, anstatt achtsam zu sein?
Wie oft hätte ich eine Situation verändern können, indem ich lichtvolle Gedanken hineingegeben hätte?
Wie oft habe ich weggeschaut, weil es praktischer war und ich dadurch keinen Aufwand betreiben musste?
Wie oft war ich nicht achtsam in einer Situation, weil ich nur an mich gedacht habe?
Wie oft suche ich bei Auseinandersetzungen die Schuld beim Gegenüber oder im Aussen?
Wie oft gebe ich auf, wenn ich mit Unrecht konfrontiert werde?
Es dreht sich nicht mehr nur um uns und unsere Befindlichkeit. Es gibt viel Leid, Unrecht und Ungerechtigkeit in der Welt draussen und oft auch in unserer Nähe. Jedes Lebewesen reagiert auf Energien und Schwingungen: jeder Baum, jedes Tier, jeder Mensch, jedes Lebewesen – alles Leben.
Dieses Wissen können wir umsetzen, indem wir achtsam sind und lichtvolle Gedanken verströmen, verteilen und aussenden.
Das ist der ursprüngliche Weihnachtsgedanke. Licht und Liebe auf die Erde bringen, den Menschen und allen Lebewesen. Christusbewusstsein ist sich öffnen für die Wahrheit, das Erkennen, dass alles Leben göttlichen Ursprungs ist, dass jedes Lebewesen die Göttlichkeit in sich hat, sonst könnte es gar nicht existieren. Alles ist beseelt und der Ausdruck der Schöpferkraft, der Göttlichkeit.
Wir können das ganze Jahr über Weihnachten feiern oder wenigstens die Botschaft weitertragen, das Licht und die Liebe in die Welt hinaustragen. Oft müssen wir nicht so weit gehen, überall bedarf es unserer lichtvollen Gedanken.
Es ist eine wunderbare Verantwortung der wir uns stellen können. Sie kostet nichts und wir können ohne grossen Aufwand täglich lichtvolle und liebevolle Gedanken kreieren und verteilen. Das spirituelle Bewusstsein beinhaltet die Verpflichtung das Licht und die Liebe zu verbreiten. Wir müssen nicht missionieren, nicht beweisen, wir dürfen in die direkte Umsetzung und Liebe weitergeben. Die wahre Spiritualität ist eine innere Haltung, nicht mehr und nicht weniger.
Im Alltag wird unser Handeln durch unsere innere Haltung beeinflusst und gestärkt. Wir denken in Licht und Liebe und Handeln auch danach.
Feiern wir doch das ganze Jahr über Weihnachten, indem wir Gedanken von Licht und Liebe über der ganzen Erde verteilen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von Herzen eine lichtvolle und segensreiche Zeit.
Mengiarda Darms, Im Dezember 2025
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