Gedanken im November 2022

Wie wird die Welt geschüttelt und gerüttelt. Besorgniserregende Nachrichten häufen sich und im Laufe der Zeit wird klar, dass der Ukrainekrieg sich mit seinen Auswirkungen auf viele Länder ausdehnt. Es spricht für Europa und Amerika, dass Drohungen und einschneidende Massnahmen bezüglich Öl- und Gasimporte uns nicht davonabhalten, dem Schwächeren beizustehen.

Auch an vielen anderen Orten auf der ganzen Welt häufen sich Leid und Ohnmacht, miteingeschlossen Umweltkatastrophen. Die schweren negativen Energien, die bei einem Krieg entstehen, finden in machtorientierten Regierungen, Ländern, Parteien, einzelnen Personen Gehör. Sie gehen unbewusst in Resonanz dazu, was in Ländern und Regierungen zum Beispiel zu einem Rechtsrutsch führt. Negative Schwingungen ziehen negative Schwingungen an. Nicht nur in Amerika als Grossmacht wackelt und brodelt es gewaltig. China, Nordkorea und Russland stehen ihnen in nichts nach. Keine Grossmacht bietet Stabilität, Kontinuität und Sicherheit.

Es braucht viel Kraft, diese Unsicherheit, dieses Leid auszuhalten, auch wenn wir momentan nur am Rande davon betroffen sind. Trotzdem hat es uns, unsere Wirtschaft, unsere Industrie bereits sehr aus dem Gleichgewicht gebracht. Wir sind ein kleiner Teil, aber ein Teil des Ganzen. So gesehen, sind wir am Rande betroffen, und gleichzeitig mittendrin im Weltgeschehen.

Wenngleich Kraft alleine nicht genügt. Viele Menschen haben Strategien entwickelt, indem sie keine Nachrichten mehr schauen, um nicht heruntergezogen zu werden. Es sind Möglichkeiten, aber hilfreich sind sie nur für einen Selbst. Das ist in Ordnung, wir können aber eine Haltung einnehmen, die für alle segensreich ist. Auch wenn das Segensreiche nicht direkt wahrnehmbar oder sichtbar ist oder wird. Trotzdem sind der Planet Erde und alle seine Bewohner mehr denn je auf die Impulse von Licht und Liebe angewiesen.

Ein Gedankensprung: Mein Mann und ich waren vor einiger Zeit ein paar Tage im Tessin. Wir kamen an einen kleinen Ort, der im Hintergrund von einem grossen imposanten Wasserfall dominiert wurde. Wie freute ich mich, denn vor vielen Jahren waren wir schon einmal an diesem Ort, bei diesem Wasserfall. Ich hatte mir damals den Ort nicht gemerkt und obwohl ich ihn immer wieder über die Jahre hinweg gesucht hatte, einfach nicht gefunden. Und nun stand ich vor ihm und fühlte mich reich beschenkt und glücklich. Ich setzte mich auf eine kleine Holzbank und schaute in das hinunterstürzende Wasser. Der ganze Ort hatte so eine friedliche heitere Ausstrahlung. Damals hatte das Wesen des Wasserfalls zu mir gesprochen und mich damit berührt und beglückt. Ich überlegte mir, was es damals gesagt hatte, wusste es aber nicht mehr. Und plötzlich nahm ich wahr, wie es wieder zu mir sprach: «Ja ich bin hier und werde immer hier sein und bleiben. Meine Schwingung, meine Energie ist lichtvoll, beglückend und heilend. Ich lasse mich nicht beeinflussen von der Welt, den Krisengebieten, dem Leid und dem Unrecht dieser Welt. Negative leidvolle Schwingungen dürfen hier bei mir von den Menschen abgeladen werden, damit ihre Last weniger wird. Ich bleibe in meinem Licht und meiner Energie. Immer und ewiglich.»

Es ist genau das Thema mit dem ich mich auseinandersetze und das mich sehr beschäftigt. Das Leid in der Ukraine, das Menschen und Tieren widerfährt, das Leid und die Ohnmacht, das an vielen Orten auf der Welt herrscht. Es verletzt und schwächt mich. Obwohl ich weiss, wie ich es besser machen könnte, schwächt es mich immer wieder. Seit unsere Haustiere nicht mehr bei uns sind, habe ich weniger Ressourcen, bin verletzlicher und ertrage das Leid auf der Welt nur knapp. Der Wasserfall mit seinem hohen Geistwesen erfasste meine Situation augenblicklich. Im Licht und in der Liebe bleiben, unabhängig welche Schwingungen um einen herum sind, unabhängig welche Schwingungen in der Welt draussen kreiert werden. In der Liebe bleiben, bedeutet in der Kraft und im Licht sein und das wiederum wissen wir, kommt allen zugute.

Wissen ist eines und immer wieder fällt es uns schwer, das Wissen umzusetzen. Es gibt Zeiten, da geht es besser und es gibt Zeiten, da bleibt das Wissen Theorie und findet keinen Platz im Alltag. Verurteilen Sie sich nicht dafür, akzeptieren Sie die momentane Situation, analysieren Sie für sich wo Sie stehen. Sobald es Ihnen möglich ist, können Sie wieder kraft- und lichtvoll selbstbestimmt Ihren Weg weitergehen.

Solange wir leben, wird es immer Situationen geben, die uns verletzen können. Sei dies im persönlichen Umfeld oder bei unpersönlichen, übergeordneten Themen. Das ist unsere Herausforderung, der wir uns gestellt haben. Je mehr Bewusstsein wir zulassen, desto besser schaffen wir es, in immer kürzeren Intervallen in das Gefühl von verletzt sein abzutauchen. Arbeit ist es auf jeden Fall. Das Wissen darum hilft uns, dass wir selbstständig etwas unternehmen können. Wir können uns immer wieder erinnern, dass jedes Lebewesen dem Licht und der Liebe entspringt.

Dieses Wissen nicht zu haben, verhindert dem Licht, der Liebe und der Vollkommenheit Raum zu geben. Dieses Wissen lässt uns einem verletzenden Gegenüber milder gestimmt sein. Bieten wir ihm oder der Welt die universelle Liebe an, das Wissen, dass jedes Lebewesen gleichwertig und vom Ursprung her vollkommen ist. Alles Leben entspringt derselben Quelle. Über das Bewusstsein, dem Wissen darum, können wir aus der Verletzung aussteigen.

Während dem Schreiben meldet sich unsere Luna, unsere Katze, die über 19 Jahre lang uns still, leise, vornehm, eher im Hintergrund, aber äusserst präsent begleitet hat. Luna ist vor zweieinhalb Monaten heimgekehrt. Empfangen wurde sie von Chiara und Laila, unseren beiden Vierbeinern. Die drei waren so viele Jahre lang ein gutes Team. Und auch in ihren feinstofflichen Körpern sind sie momentan gemeinsam unterwegs, wenn man das so sagen kann.

Luna hat mir zu verstehen gegeben, dass sie auch möchte, dass ich hier, in diesem Schreibformat, von ihr erzähle, so wie ich es von unseren beiden Hunden gemacht habe. Genau das wollte ich eigentlich nicht. Wir haben in einem Jahr unsere drei treusten und allerliebsten Tiere verloren. Natürlich stimmt verloren auch nicht wirklich, aber sie sind nicht mehr in ihrem grobstofflichen Körper, ihre Bedürfnisse müssen nicht mehr abgedeckt werden. Schmüselen, spazieren gehen, gemeinsam schlafen, all das und vieles mehr, fällt mit einem Mal weg. Ich wollte nicht mehr darüber schreiben.

Unsere Luna machte in ihren letzten Monaten noch eine spezielle Erfahrung. Sie wurde blind und taub. Anfangs waren diese Einschränkungen auch für sie sehr schwierig und gewöhnungsbedürftig. Mit der Zeit aber konnte sie recht gut ihren Alltag meistern. Jeden Tag konnte sie in den Garten, den sie immer heiss und innig geliebt hatte. Entweder begleiteten mein Mann oder ich sie in den Garten und blieben bei ihr. So konnte sie herumlaufen und das Gras, die Sonne, die Luft und ihr Brünneli gefüllt mit frischem Wasser geniessen. Sie schlief auch sehr viel, schliesslich war sie eine alte Katzendame von über 19 Jahren. Unsere Luna bekam durch ihre Beeinträchtigung so viel Aufmerksamkeit und Zuwendung, wie sie es in all den Jahren vorher nie gewollt hatte. Nun aber genoss sie in vollen Zügen.

Luna war ihr Leben lang sehr ängstlich gewesen. Fremde Leute mied sie, Besuchern im Haus wich sie aus, so, dass sie nie gesehen wurde. In den letzten Jahren zeigte sie sich hie und da unserem Besuch, aber streicheln lag nicht drin. Einzig wir und unsere Kinder hatten dieses Privileg. Beim Schreiben meiner Bücher lag Luna immer auf dem Tisch, neben dem Computer. Sobald ich mich an den Schreibtisch setzte, war sie da. Ihre Präsenz war so selbstverständlich und ihre Liebe so unendlich. Sie vermittelte mir jeweils Ruhe und half mir beim Loslassen des Alltags. Bei Luna war alles stiller und leiser, im Gegensatz zu den zwei Hunden.

Und nun geschah etwas in den letzten Monaten. Obwohl Luna gar nichts sehen und hören konnte, begann sie Vertrauen zu entwickeln. Jede unbekannte Situation, die ihr früher Angst eingejagt hatte, akzeptierte sie gelassen und ohne jeglichen Stress. Sie hatte sich bei uns immer geborgen und sicher gefühlt, aber immer hatte sie auch die Möglichkeit, sich aus einer Situation herauszunehmen und zu gehen. Mit dem Wegfallen des Hörens und Sehens lernte sie nun, sich auf ihr inneres Gespür zu verlassen. Sie ruhte in sich selbst. Luna hatte ihr Ziel erreicht, sie liess sich nicht mehr von den äussern Reizen beeinträchtigen und beeinflussen. Die fünf Sinne waren nicht länger lebensnotwendig, sie war in ihrer Mitte angekommen. Ihr Gespür, ihr Vertrauen und ihr Bewusstsein durften sich ausdehnen.

Obwohl meinem Mann und mir unsere Luna mit ihrer Beeinträchtigung unendlich leidtat, durfte sie ihren letzten grossen Entwicklungsschritt machen. Sie stieg aus allen Formen von Angst und Ohnmacht aus.

In ihrer vorherigen Katzeninkarnation war sie in einem Versuchslabor und musste unendlich leiden. Sie war den Menschen ausgeliefert und konnte sich nicht wehren oder fliehen. Eine äusserst belastende und traumatische Erfahrung. Deshalb war sie in ihrer Rolle als Luna so bedacht, sobald etwas Unvorhergesehenes auf sie zukam, zu fliehen. Sie handelte im Reflex, im unbewussten Reagieren auf ihre Erfahrungen im Versuchslabor. Vollkommen verständlich und nachvollziehbar. Menschen verhalten sich genauso. Sie durfte in den über 19 Jahren ihres Katzenlebens bei uns genesen und heilen. Die letzten Monate mit der Beeinträchtigung liessen sie nun aus dem reflexartigen Handeln aussteigen. Vertrauen siegte über den unbewussten Reflex. Sie konnte sich auf ihre Wahrnehmung verlassen und ihre Einschätzung einer Situation funktionierte viel besser ohne Hören und Sehen. Sie konnte ihr Trauma erlösen und loslassen. Diese Erfahrung war für Luna wichtig und kann nicht auf andere Katzen oder Tiere übertragen werden. Entwicklung ist immer individuell.

Danke liebste Luna, ich durfte unendlich viel von dir lernen. Gerade die letzten Monate waren für mich sehr hart, denn Lunas Beeinträchtigungen waren für mich sehr schlimm. Und nun darf ich erkennen, dass genau dieses Handicap Luna von allen irdischen Themen befreit hat. Sie konnte nun lichtvoll heimgehen und den Erdenzyklus als Katze abschliessen.

Ein Gedanke fällt mir noch ein. Keine Frage, ohne hören und sehen ist ein Mensch oder ein Tier unendlich eingeschränkt. Wenn wir als Mensch die Nachrichten und Berichte von Krieg und Leid nicht erfahren, weil wir sie bewusst nicht sehen und hören wollen, dann können wir davon auch nicht geschwächt werden. Wenn wir aber davon wissen, weil wir nicht wegschauen und trotzdem nicht in die Verletzung und Schwächung abrutschen, dann können wir beginnen, segensreich und heilend zu sein. Jeder Ort an dem Leid und Unrecht geschieht, kann mit liebevollen Gedanken bedacht werden. Alle Lebewesen bekommen diese feinstoffliche lichtvolle Nahrung und es hilft ihnen, ihrem eigenen Licht etwas näher zu kommen. Ihrem eigenen Licht mehr Raum zu geben. Das geschieht meist unbewusst und ist trotzdem für jedes einzelne Lebewesen segensreich. Je mehr Licht wir zulassen, desto weniger können wir in Situationen von Ohnmacht hineinrutschen.

Genauso macht es der Wasserfall. Er weiss und nimmt wahr und bleibt trotzdem in seiner heilenden und segensreichen Schwingung. Das ist nicht bei jedem Wasserfall oder bei jedem Gewässer so. Sehr häufig wird ein Ort oder ein Gewässer von negativen Energien überschüttet und kann dadurch seine ursprüngliche Schwingung nicht halten. Deshalb ist der Wasserfall, von dem ich geschrieben habe, etwas ganz Besonderes. Halten Sie die Augen und das Herz offen und begegnen Sie dem Wunder und der Offenbarung der Schöpfung.

Mengiarda Darms, Im November 2022


[ Reproduktion erlaubt, sofern Quellenangabe ] 

Unsere Luna

Wenn Sie mehr über Luna oder besagten Wasserfall erfahren möchten, können Sie dies im
Buch «Das Schöpfungsprinzip» nachlesen.





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